Hauptprojekt (Phase I 2014/205)

Die Einzelauswertung (Auswertung feuerwehrweise) ergibt in Phase I mit 2.775 Erfassungsbögen (Gebäudebrandeinsätzen) von 18 Feuerwehren und 681 echten Bränden folgende Ergebnisse:

Bei einer ersten Clusterauswertung eines Zwischenstandes von 2.294 erfassten Brandeinsätzen mit 482 echten Bränden wurden die beteiligten Feuerwehren jeweils zu
a) Freiwilligen Feuerwehren,
b) Berufs- und c) Werkfeuerwehren zusammengefasst ausgewertet.

Die Auswertung ist exemplarisch für die Clusterauswertungen und zeigt:

  • Die 2.294 Brandeinsätze gliedern sich in 1.044 Einsätze von Berufsfeuerwehren (rd. 46 %), 1.022 Einsätze von Werkfeuerwehren (45 %) und 228 Einsätze von Freiwilligen Feuerwehren (10 %).
  • Der Anteil der echten Brände an den Alarmierungen beträgt insgesamt 21 %. Bei den Werkfeuerwehren ist dieser Anteil mit 114 Fällen (11 %) am Geringsten, gefolgt von den Berufsfeuerwehren mit 279 echten Bränden (27 %) und 89 Fällen (39 %) bei den Freiwilligen Feuerwehren.
  • Die Alarmierung der Feuerwehr erfolgt mit 1.526 Fällen hauptsächlich über automatische Brandmeldeanlagen (68 %) sowie mit 293 Fällen über das Mobilfunktelefon (13 %) und mit 285 Fällen über das Festnetztelefon (13 %). Das Mobilfunktelefon hat über die Feuerwehrarten einen ungefähr gleichgroßen Anteil (zwischen 12 % und 13 %), während der Anteil der Alarmierungen über das Festnetztelefon bei Berufsfeuerwehren (21 %) und Freiwilligen Feuerwehren (24 %) etwa gleichgroß ist und bei Werkfeuerwehren mit 2% nahezu keine Rolle spielt. In 81 Fällen erfolgt die Alarmierung über Handfeuermelder und in 53 Fällen über automatische Löschanlagen, wobei Letztere primär bei den Werkfeuerwehren stattfanden.
  • Bei der Betrachtung der echten Brände, zeigt sich, dass der Anteil an Falschalarmen bei telefonischen Alarmierungen im Verhältnis zu Alarmierungen über Brandmeldeanlagen niedriger ist, womit Telefonanrufe höhere Anteile bei den echten Bränden haben.
  • Bei den Sachschäden durch Brände bestätigt sich die Erkenntnis, dass die meisten Brände mit kleinen Sachschäden verbunden sind. Die Schäden fallen dabei bei den Werkfeuerwehren am geringsten aus (wie an den Anteilen an den Schäden kleiner 1.000 € zu erkennen ist), gefolgt von den Berufsfeuerwehren und dann den Freiwilligen Feuerwehren.
  • Werden die Sachschäden in Abhängigkeit vom Alarmierungsweg aufgeschlüsselt zeigt sich zunächst, dass insgesamt in etwa 10 % der Fälle keine Schätzungen zur Schadenshöhe möglich sind. Es ist weiter ersichtlich, dass der Sachschaden bei Alarmierungen über automatische Brandmeldeanlagen gering gehalten wird.
  • Bei der Gebäudenutzung dominieren Wohnungen (25 %), Krankenhaus, Alten- und Pflegeheim (13 %) und Verwaltungen bzw. Büros (13 %). Bei den Freiwilligen Feuerwehren spielen auch industrielle Nutzungen, z. B. Produktionen mit rund 15 % eine Rolle.
  • Über alle Alarmierungswege werden Falschalarme vor allem durch unbekannte Ursachen (19 %), durch Wasserdampf (14 %), durch technische Störungen von Anlagen (13 %), durch Aerosole, wie Öle, Fettdämpfe oder Nebel (12 %) sowie durch blinde Alarmierungen bzw. im guten Glauben (12 %) ausgelöst. Bei den unbekannten Ursachen ist der Anteil bei den Berufsfeuerwehren mit etwa 21 % fast doppelt so hoch wie bei den Freiwilligen Feuerwehren mit 12 %.

Die Wirksamkeit kann anhand verschiedener Schadenskriterien bemessen werden, wie zum Beispiel am geschätzten Sachschaden, an der Brandausbreitung, an der Benutzbarkeit von Rettungswegen oder am Löschwasserverbauch. Zur Quantifizierung der Wirksamkeit einer Brandmeldeanlage werden hier verschiedene Kriterien verwendet und der manuelle Alarmierungsweg über das Festnetz- und Mobilfunktelefon – zusammengenommen – als Referenzgröße herangezogen. Die zugrunde gelegten Daten sind in der oben stehenden Tabelle wiedergegeben (Festag, 09/2015, S. 233 f.).

Es ist ersichtlich, dass die Brandschäden über alle herangezogenen Kriterien beim Einsatz von Brandmeldeanlagen geringer ausfallen und auch die Rettungswege häufiger begehbar waren, als bei Alarmierungen der Feuerwehr über Festnetz- und Mobilfunktelefone.